Großfeuer wütet in Ellerbek

2011-07-01 EinsatzEin Inferno hat in der Nacht zu gestern das Gelände der Firma Tetzner und Jentzsch an der Waldhofstraße im Gewerbegebiet Ellerbek heimgesucht. Zwei Lagerhallen wurden komplett vernichtet, eine weitere bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Es verdichten sich die Hinweise, dass das Feuer kein Zufall war. Polizeisprecherin Sandra Rüder bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass die Kriminalpolizei wegen des Verdachtes der Brandstiftung ermittelt. Darauf deuteten Zeugenaussagen hin, so Rüder. Zudem: Bereits am 21. Juni wurde offenbar versucht auf dem Gelände Feuer zu legen. An mehreren Stellen des Holz- und Kunststoffvertriebes fanden die Beamten damals Brandspuren. Nur dem Regen sei es zu verdanken gewesen, dass sich kein Feuer entzündet habe, teilte die Polizei mit.

Gestern Nacht ging es nicht so glimpflich aus: Als die ersten Kräfte gegen 2.30 Uhr eintrafen, brannte bereits eine Halle, wenig später eine zweite und dritte. Zeitweise mehr als 200 Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Pinneberg und Hamburg versuchten, teils unter Atemschutz, der Flammen Herr zu werden. Um an genügend Wasser zu kommen, legten sie Schläuche von rund zehn Kilometern Länge. Sie zapften nicht nur Hydranten an, sondern auch Teiche und Regenrückhaltebecken. Es gelang ihnen, ein Übergreifen des Feuers auf die zwei verbleibenden Hallen sowie auf eine weitere auf einem Nachbargrundstück zu verhindern.

Ein ABC-Trupp des Kreises nahm Rauchmessungen vor. Die Bevölkerung wurde per Radio und per Lautsprecher dazu aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt. Laut Angaben der Feuerwehr bewegt sie sich im Millionenbereich.

Mit Sonnenaufgang zeigte sich das wahre Ausmaß der Zerstörung: Von zwei der Hallen ist nur noch Schutt und Asche übrig, von der dritten steht nur noch das Stahlgerippe. Gegen neun Uhr waren zwar die offenen Flammen gelöscht, doch immer wieder mussten die Einsatzkräfte kleinere Brandnester bekämpfen, die mit Radladern freigelegt wurden. Die Arbeiten zogen sich gestern noch bis in die Abendstunden hin. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken und Brötchen.

Quelle: Elmshorner Nachrichten

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