Feuerwehren suchen händeringend Nachwuchs

2013-04-29

Beim Landesfeuerwehrtreffen in Kummerfeld im Kreis Pinneberg ist am Wochenende die Stimmung getrübt. Die Wehren plagen Nachwuchssorgen. Die Brandsicherung auch in Zeiten des demografischen Wandels zu gewährleisten, sei die größte Herausforderung der Feuerwehren im Land, so der Tenor. „Die Feuerwehren sind für ihre Nachwuchsgewinnung nicht allein verantwortlich“, betonte Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD) während seiner Rede vor 250 Delegierten und Gästen. Die Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Feuerwehr und das Werben um neue Mitglieder seien eine gesellschaftliche Aufgabe und ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Landes- und Kommunalpolitik seien gefordert, diese Verantwortung wahrzunehmen.

Auch Landesbrandmeister Detlef Radtke fand klare Worte: „Bürgermeister jeder Gemeinde müssen die Mitgliedergewinnung und Förderung des Ehrenamtes zur Chefsache machen.“ Hintergrund des flammenden Appells sind die neuesten Zahlen der Mitgliederstatistik: Demnach sank im vergangenen Jahr die Zahl der Einsatzkräfte in den 1377 Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein erneut um 453 auf nunmehr 48 369. Erfreulich, so Radtke, sei der erneute leichte Zuwachs an weiblichen Einsatzkräften um 19 auf 3648. Im Jahr 2011 waren es noch 1386 Freiwillige Feuerwehren mit 48 822 Angehörigen, 3629 weiblich. Inklusive Berufs-, Werks- und Betriebsfeuerwehren, sowie den Jugendwehren waren im vergangenen Jahr 59 740 Brandbekämpfer aktiv.

Alles zur Nachwuchswerbung bewegen

Der Landesfeuerwehrverband habe seit dem letzten Jahr als bundesweit erster Feuerwehrverband eigens für dieses Thema eine hauptamtliche Kraft eingesetzt, die Werbung entwickelt und umsetzt, berichtete Radtke weiter. Unter anderem will der Verband beim „1. Feuerwehr-Marketing-Kongress“ am 4. Mai im Kieler Landeshaus das Nachwuchsproblem auf eine neue Diskussionsstufe heben.

Trotz der Probleme befand Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands: „Das Feuerwehrwesen in Schleswig-Holstein ist gesund.“ Es müsse allerdings nun alles getan werden, was nötig sei, um Nachwuchs zu werben.

Quelle: Pinneberger Tageblatt

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