Es „brennt“ beim Nachwuchs für die Feuerwehren im Land

Kiel (rtn) Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein und seiner angeschlossenen Mitgliedsverbände in den Kreisen und kreisfreien Städten müsse in Zukunft die Werbung um neue Mitglieder für die Einsatz- und Jugendabteilungen sein. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Seit einigen Jahren beobachtet der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein mit großer Sorge die Mitgliederentwicklung in den Freiwilligen Feuerwehren. Der demographische Wandel wird in den kommenden Jahren massive Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein haben.
Das heute noch flächendeckende Hilfeleistungsnetz ist in Gefahr. Für die Feuerwehren und die Kommunen als Verantwortliche für den Brandschutz ist daher existenziell wichtig, schon heute die Weichen für eine ausreichende Personalverfügbarkeit in den Freiwilligen Feuerwehren zu stellen. Ein geändertes Freizeitverhalten und starke berufliche Verpflichtungen machen eine aktive Mitarbeit in den Freiwilligen Feuerwehren immer schwerer: Es werde immer schwieriger ein Ehrenamt in der freiwilligen Feuerwehr mit dem Job zu verbinden, sagte Landtagspräsident Klaus Schlie als Schirmherr der Aktion.

Auf der Suche nach Lösungen hatte der Landesfeuerwehrverband eine „zündende“ Idee. An einem bisher deutschlandweit einmaligen „Feuerwehr-Marketingkongress“ im Kieler Landeshaus machten am Sonnabend über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit: „Wir sind mit dem Ergebnis der Tagung zufrieden, sie hat auch einige neue Idee zur Mitgliederwerbung gebracht“, sagte Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband in unserem Interview.
Mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Aktionen konnte in den letzten Jahren erreicht werden, dass der Mitgliederbestand zumindest gehalten werden konnte. „Um der künftigen Herausforderung gewachsen zu sein, neue Mitglieder zu werben, und damit dem demographischen Wandel entgegen zu wirken, benötigen wir landesweit Hilfestellungen und Unterstützung für unsere Feuerwehren mit modernen und zeitgemäßen Werbemitteln“, so Landesbrandmeister Detlef Radtke. Bisher hat der Landesfeuerwehrverband seine Werbekonzepte fast ausschließlich durch Spenden und Zuwendungen aus der Wirtschaft finanziert. Landesbrandmeister Radtke begrüßt es ausdrücklich, dass jetzt von Seiten der Politik ein deutliches Zeichen gesetzt wird, die ehrenamtliche Arbeit in den Feuerwehren mit zusätzlichen Mitteln zu unterstützen, in dem der Landesfeuerwehrverband jetzt auf der Grundlage einer gesetzlichen Regelung, Finanzmittel aus den Glückspielerträgen erhalten wird. „Auch wenn die Mittel zunächst nur für zwei Jahre begrenzt sind, so ist dieses doch ein deutlicher Anfang und für unsere Arbeit eine sehr große Hilfe“, so Radtke.

Die Feuerwehren in Schleswig-Holstein
1.386 Freiwillige Feuerwehren
4 Berufsfeuerwehren
26 anerkannte Werk- und Betriebsfeuerwehren sowie
417 Jugendfeuerwehren

Mitglieder
60.315 Feuerwehrmitglieder, davon:
50.676 Freiwillige Feuerwehr (3.647 weiblich),
724 Berufsfeuerwehr (4 weiblich),
1.130 Werk- /Betriebsfeuerwehr (16 weiblich),
9.639 Jugendliche (2278 Mädchen)

Einsätze 2012
15.399 Technische Hilfeleistungen und sonstige Einsätze
8.201 Brände
4.966 Fehlalarmierungen

Quelle: rtntvnews

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